The Swansea Jack’s are back! – aber ohne Rettungshund…
… denn der starb bereits 1937 an einer Überdosis Rattengift. Putzmunter präsentieren sich jedoch die Swans in den letzten zwei Saisonen, deshalb hier ein kleiner Ausblick, was Freunde gepflegten englischen Premier-League-Fußballs so erwartet – außer Fahrstuhl-Feeling, denn die Schwäne aus dem Süden von Wales halten mit dem Wimbledon FC den Acht-Jahres-Rekord zur Überbrückung vierte Liga -> erste Liga -> vierte Liga …
For these 22 players it’s about the chance to perform at the top of their profession, about tales for their grandchildren and you can’t put a price on that. It’s a season in a day. Hallte es aus den Lautsprechern der Fernseher, die das denkwürdige Spiel der Championship-Playoffs auf BBC übertragen haben. Und am Ende, nach dem Pfiff des Referees kam die Erkenntnis, dass Fußball vom If – vom Wenn lebt. Wenn Reading seine erste Chance genützt hätte, wenn der Schuss von Jem Karacan zum 3:3 ins Tor geschlagen hätte anstatt auf die Stange, wenn Tabb keine Rote Karte bekommen hätte oder wenn der Schiedsrichter die zahlreichen Penalties gegeben hätte. Aber am Ende zählt nur das Be – also das Ergebnis.
Playoff-Final
86.500 Zuseher strömten ins Nu Wembley, dem der Geruch des Besonderen anhaftet – wie auch die Three Lions nur zu oft zu spüren bekommen – zum Playoff-Finale zum Aufstieg in die Premier League. Der Grund liegt auf der Hand: Seit Jahrzehnten versprechen die Spiele zum Aufstieg Spannung, Tore und Dramatik, während der FA Cup eher als Cup der Langeweile verpönt ist. Und vor allem sind die Playoff-Finals Spiele für Helden: Mit drei Toren heißt er dieses Mal Scott Sinclair. Das einstige Chelsea-Wunderkind ist als 22-Jähriger im Top-Fußball angekommen, wenn die U21-EM auch enttäuschend verlief. Jetzt betreten er und die Swans – das erste walisische Premier-League-Team – den Olymp des europäischen Liga-Fußballs, auf dem man mehr sein will als der Schlagstock der Großen Namen wie Manchester United, Arsenal London FC oder Chelsea FC. Es ist der Olymp, auf dem man selbst am liebsten Gott wäre.
30 years ago – same league, different whatsoever
Schon 1981 stiegen die Swans auf in Englands höchste Spielklasse, also just genau vor 30 Jahren. Jetzt, als FC Barca des Championship aufgrund ihres eleganten Possession-Spielstils, den Paulo Sousa (jetzt Trainer bei Sturm Graz‘ CL-Quali-Gegner Videoton) und Brendan Rodgers in den letzten beiden Jahren forcierten, kehren die Waliser wieder um die Premier League aufzumischen und zu bereichern. Und sie wollen, wie schon 1981, ihr erstes Spiel gewinnen, um ihre Saison erfolgreich und glorreich zu beginnen. Damals ging Leeds United 5:1 unter, diesmal warten die Citizens auswärts in Manchester. Damals wurde Swansea Sechster, Leeds stieg ab. Ein Szenario, das am Persischen Golf Schrecken und Chaos pandemonischen Ausmaßes bedeuten würde und für Roberto Mancini Zeiten paranoider Todesangst bringen wird … man wird doch noch träumen dürfen (in Österreich wäre in diesem Fall der Absteiger Rapid – so als kleiner Denkanstoß für Tagträumer John Dorian’schen Ausmaßes).
We are average – who cares?
Als Dritter der Abschlusstabelle in der Championship galt man als Favorit der Playoffs. Dabei war das walisische Team weder der Topscorer, noch die Abwehrmauer der Liga. In 46 Spielen war man eigentlich eher nur Durchschnitt: 14 Niederlagen sprechen Bände. Doch während der gesamten Saison konnte sich das Team kontinuierlich Richtung Playoff-Plätze vorarbeiten, durchlief zur Saisonmitte Ups and Downs und am letzten Spieltag überholten die Swans schließlich noch Erzrivale Cardiff City für Platz Drei. Geschichten, wie sie in England geliebt werden. Die stillen und leisen Helden.
Denn die Swans waren weder das teuerste, noch das jüngste oder älteste, noch das auffälligste an Mannschaften. Nein, vielmehr war das Team immer Durchschnitt. Doch hierin liegt die trügerische Ruhe beiderseits der Medaille: Einerseits kann man überraschen, aber andererseits wird der Kader für die Premier League wohl zu dünn sein. 17 Spieler haben 92,6% der gespielten Minuten absolviert – eigentlich ein Wert, den einige Premier-League-Vereine auch erreichen, nur ist der Qualitätsunterschied offensichtlich. Am Beginn der Saison darf es keine Verletzten geben, um sich progressiv mit dem gesamten Kader an das neue Niveau anzupassen. Bäume werden die Swans ohnehin nicht ausreißen, das Ziel kann nur Klassenerhalt lauten; und genau das wird schwierig genug.
Keep the squad, keep the beauty, little swan!
Die Stammkräfte werden ohnedies dieselben sein – so sich am Transfermarkt nicht viel ändern sollte. Schmerzhaft wird lediglich der Abgang von Torhüter Dorus de Vries, der alle 46Ligaspiele absolvierte. Immerhin bleiben die anderen Dauerbrenner: die Innenverteidiger Alan Tate und Ashley Williams, Mittelfeldspieler Joe Allen, die Flügelflitzer Mark Gower und Nathan Dyer sowie die Stürmer Stephen Dobbie und eben Scott Sinclair (bester Scorer mit 19 Toren). Zudem haben die Swans Championship-Torschützenkönig Danny Graham von Watford FC geholt, der in der letzten Championship-Saison in 45 Spielen immerhin 24 Tore erzielte und für zusätzliche Qualität im Angriff sorgen soll.
Keep climbing, keep smiling!
Geheimnis der Erfolgs war auch Manager Brendan Rodgers, der gerade eine Kilimanjaro-Charity-Tour beendet hat. Ihm wird eben ein sofortiger Wiederabstieg prophezeit. Doch er will die erste Saison in Englands höchster Fußballliga überstehen, wie er auch den Kilimanjaro zum Sammeln von Geld für die Marie Curie Krebs Hilfe, den er in Erinnerung an seine Mutter Christina bestieg, überstanden hat. Sein erster Schritt in die neue Liga wird einerseits ein Stück Geschichte, andererseits ein gewaltiger Brocken im City of Manchester Stadium. „Ich habe Gespräche mit Manchester City geführt, bevor ich zu Swansea City gekommen bin. Damit hab ich auch ein bisschen Einblick in den Klub bekommen“, meinte Brendan Rodgers im Zuge der Spielplan-Auslosung. Die ersten Spiele im Liberty Stadium bringen Wigan und Sunderland als Gegner, bevor mit Arsenal und Chelsea zwei weitere Hochkaräter in London warten. Den Klassenerhalt sollten die Swans ebenfalls früh genug sichern, denn die letzten beiden Runden bringen die Red Devils und die Reds. Aber wer weiß, vielleicht steigt ja wirklich Man City ab…
The one and only Kilimanjaro:
“Eine unglaubliche Herausforderung – mental und physisch. Was für eine grausame Woche und dann noch der Aufstieg zum Gipfel am Schluss. Es war unglaublich … Ich hab den höchsten freistehenden Gipfel der Welt erklommen – dann bekam ich die Nachricht, dass die erste Partie Manchester City auswärts wird. Ich weiß, die Wetten gegen uns sind phänomenal.” Ein sichtlich zufriedener Schwan